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Die selbstverwaltete Fabrik vio.me in Thessaloniki

geklaut von (A)-Radio Berlin

Als Anarchistisches Radio Berlin hatten wir die Gelegenheit, mit ArbeiterInnen der selbstverwalteten Fabrik vio.me im griechischen Thessaloniki zu sprechen.

In dem Interview erzählen sie uns von den Ursprüngen dieser Fabrikübernahme, was das mit Erfahrungen in Argentinien zu tun hatte und wie sie finanzielle Schwierigkeiten überwunden haben. Hört euch das Audio an, um zu erfahren, wie ihr Solidarität zeigen könnt, denn vio.me ist von eine Räumung bedroht, da ein Teil des Werksgeländes zwangsversteigert werden soll.

Dieses Audio ist Teil einer längeren Reihe von Audios zum Anarchismus und den sozialen Bewegungen im Mittelmeerraum.

Dies ist Teil 4 (die selbstverwaltete Fabrik vio.me in Thessaloniki)

Länge: 9:13 min

Den zugehörigen Audiobeitrag könnt ihr ab sofort hier herunterladen: archive.org

Hier könnt ihr ihn direkt anhören.

Lass u ns nicht wie Sklavinnen leben!

Aus den griechischen Katakomben Europas steigt ein Raunen auf und schwillt an, bis es den ganzen verwüsteten Kontinent erfasst: “Lass uns nicht wie SklavInnen leben” (Griechisch: “Na min zisoume san douli”).

Auf Häuserwänden der Städte und Felsen im Land, auf leeren oder zerstörten Plakatwänden, in alternativen Zeitungen und über Rebellensender, auf besetzten Grundstücken und in Selbsthilfezentren, die immer zahlreicher werden, verbreitet der griechische Widerstand diesen Slogan, Tag für Tag. – er lädt uns ein, in den Chor der unterschiedlichen Melodien dieses Films einzustimmen.

Eine frische Brise, Spannung und Utopien, die wahr werden – steigen aus dem Ägäischen Meer.

Bekennerschreiben zum Feuerhagel in Athen

Feuerhagel (Athen 12. – 29.Januar 2015)

Einen Schritt voraus…

Im modernen Zeitalter in dem sich alles kontinuierlich mit schrecklicher Geschwindigkeit bewegt, schaffen es noch nicht mal die Weitsichtigsten angemessen, rechtzeitig und sicher die Konsequenzen der festgelegten Entscheidungen anderer über ihr Leben, einzuschätzen!

In der modernen Festung Europa, wo Migranten/Flüchtlinge aus Ländern der Dritten Welt kaltblütig an den Grenzen erschossen werden, auf den Meeresgrund der Ägäis sinken, oder zu einer Art „Punchingball“ in Polizeistationen und Abschiebelagern werden, und wo die globalen Konflikte der Interessen, zwischen den zwei mächtigsten – aber voneinander abhängigen – Polen der Herrschaft und den ebenso ambivalenten kleineren Kreisen des Einflusses, die eng miteinander verzahnt sind, mit unverminderter Intensität vorangehen, gedämpft aber auch unverhohlen (wie in der Ukraine) , verbleiben Griechenland und andere Nachbarstaaten (innerhalb und außerhalb der EU) vollkommen fremdbestimmt und kontrolliert – kolonialtypische Provinzen des kapitalistischen Zentrums, wo selbst Atmen besteuert wird!

In einer modernen Zivilisation, mit den giftigen Abfällen, die intensiv die Erde und das Grundwasser verschmutzen, einer Luftverschmutzung, die in hohem Maß die Lebenserwartung reduziert und technisch-industrielle Geräusche aller Art zu Paranoia führen und Leuchtreklamen das Sternlicht verdecken, existiert selbst die Tankanzeige im Auto nur um uns an das Elend, welches wir erfahren, zu erinnern!

In der modernen Stadt und überall wo, die katastrophalen Tentakel der Industrie und der sozialen Hierarchie lügen (immer sprechend über die künstliche Umgebung, die Offiziellen und Speichellecker der institutionalisierten Herrschaft) , gibt es nichts Schöneres als die entstellten Gesichter und gebrochenen Knochen, die Trümmer und Glut der Mittel und Infrastruktur des Feindes!

In der modernen Gesellschaft hat Verrat und Gossip Charakteristiken und Wichtigkeit einer Meisterschaft erreicht und sozialer Protest/“Kampf“ wird systematisch in den Denkfabriken sozialer Verwahrlosung ausgeheckt, aufgeputscht und bejubelt vom Staat und seinen journalistischen Papageien und auch offiziell belohnt mit Auszeichnungen, Geldpreisen und Förderprogrammen, während die Möchtegernpetzen, in Bezug zu ethischem und polizeilichem Schutz, Vergebung für ihre Rücksichtslosigkeit und Heuchelei erhalten– und werden als „Helden“ wahrgenommen, als „gute und ehrbare Leute“!

Die moderne Masse Mensch ist die am höchsten entwickelte, effektivste und gleichzeitig entmündigte (gewaltlose) „task force“ der herrschenden Klasse!

Deshalb ist in der modernen Welt, die das Königreich der Entfremdung und Unterwerfung ist, wo der Gott das Geld und die Religion die Arbeit ist, wo die wirklich zeitlosen Werte und ewigen Bedeutungen auf subtile Weise abgetötet oder vorsätzlich ermordet werden und den abstrakten Ideen (wie Freiheit, Solidarität, Mitgefühl, Freundlichkeit, Wohlergehen etc.) nach Belieben ein neuer Sinn gegeben wird. Um die politische und wirtschaftliche Oligarchie zu unterstützen und zur Aufrechterhaltung des Existierenden, finden wir keinen Grund für die toten Gegenstände zu existieren , da sie unsere Bedürfnisse nicht befriedigen und keinen praktischen Wert für die Verwirklichung unseres persönlichen Aufstands haben!

Die Tatsache, das wir es gewöhnlich bevorzugen auf die wirtschaftliche Macht zu zielen, auf die nach Macht lüsternen Raben der Politik, die Prediger des Urbanismus und ihre wachsamen Schützer, bedeutet nicht das wir zögern werden einen kleinen Schleimer oder eine freiwillig gehorsame Ratte anzugreifen, die mehr royale Gefühle hat als der König selbst und unsere Ästhetik beleidigt. Wir verachten diese zweibeinigen Mülltüten!

Wir ignorieren die Gegensätze zwischen klein und groß, einheimischem und fremdem Kapital. Sie alle stehen für Eitelkeit, Erhaltung des Bestehenden, Profit und Ausbeutung. Sie alle verdienen es verbrannt zu werden!
Außerdem beachten wir nicht den Wechsel der politischen Administration des Elends, während wir unverhohlen erklären, das jedes System sozialer Massenorganisation – ob mehr oder weniger autoritär/konservativ, mehr oder weniger freiheitlich/ politisch fortschrittlich – von Belagerung und Ausplünderung der anarcho-nihilistischen Aufständischen betroffen sein wird!

Wir bringen keine absolute Wahrheit, bekleidet mit dem Mantel plasmischer Objektivität. Wir kämpfen in niemands Namen, wir sind von niemand die Bauern, wir wollen niemand retten außer unsere persönliche Würde. Andere riskieren etwas für weltliche und abgestandene – verschiedener Arten – Investitionen und Uniformen. Wir nehmen unsere Risiken wie die Wagemutigen der jeweiligen Epoche um nicht als lebende Tote zu wandeln, ein einzigartiges, anarchistisches und intensives Leben ohne Hemmungen suchend!

Eine unserer Absichten ist, in jede Richtung klarzustellen, so lange es uns betrifft wird Athen, eine Stadt mit einer reichen Geschichte an sozialen Konflikten und Stadtguerilla Kriegsführung, niemals eine sterile Stadt werden, sicher für die reibungslose Zirkulation – menschlicher und nicht menschlicher – Waren, Investoren und Touristen. Und so lange wir keine Einwände haben reiche Passanten auszurauben, haben wir nicht die Absicht, die Stadt in der wir leben als gefährlich zu diskreditieren, aber wir bevorzugen es sie bis auf ihre Grundmauern abzureißen, so wie die Stadt unsere Träume und Wünsche niederschlug, die nicht auf Wohlstand und Plastik, Beton und Gittern basieren. Es ist ganz einfach: wir mögen den städtischen Lebensstil nicht, wir sind nicht zum Shopping oder für Business in der Stadt. Wir sind bewusst für den Krieg hier!

Wir stellen unsere Angriffe in den Zusammenhang einer Strategie gegen einen Bereich zusammenhängender Teile von Herrschaft, welcher mit dem Komplex von Sicherheit und Überwachung beginnt (als ein gemeinsames Resultat sozialer Werte und der Ideologie von Verfassungs- und gesellschaftlichen Rechten auf Sicherheit und Soziales) und weiter geht mit kulturellem, touristischem und kommerziellem Unternehmergeist und dem heiligen Gral des Kapitalismus, dem Eigentum. Jede unserer Aktionen ist auch ein Aufruf an unsere internationalen Genossen, in dem ständigen Kampf gegen das Existierende.


Aus diesen Gründen haben wir unsere feurigen Schläge zugestellt an
:
- Am 08. Januar, an einen Jeep von Integrated Security Managment, der vor einem Parkhaus in der Pontos Straße in Argiroupoli stand. Die Kundschaft dieses Parkhauses besteht hauptsächlich aus Luxusautos und manchmal Jeeps der OPKE (Spezialeinheit der Polizei zur Kriminalitätsbekämpfung). Obwohl wir drauf scheißen, sind wir neugierig ob die Verwaltung von Athen die Besitzer der als Kollateralschaden zerstörten Autos entschädigt, wie sie es mit der Tochter von Pangalos (bekannter griechischer Politiker) tat, die 76.000 Euro (……) bekam, auf ihre eigene Bewertung der Schäden an ihrem Haus (welches als Büro ihres Vaters registriert ist), nach dem Angriff der CCF. ( Hier ist ganz besonders wichtig für uns alle, dass wir glauben die Motive, Gründe und Begebenheiten eines Angriffs klar und unmissverständlich zu haben. Der Kollateralschaden an dem Bullenauto war als Möglichkeit einkalkuliert, aber in keinem Fall würden wir Opfer in diesem oder angrenzenden Gebäuden in Kauf nehmen, eine Möglichkeit, die wir sorgfältig prüfen bevor wir zur Aktion kommen.

- Am 12. Januar, ein Fahrzeug von 3S Protection Company, die für den Feuerschutz von Geschäften tätig ist, in der Constantinople Straße in Vironas.

- Am 22. Januar, ein Minibus der Tourismus Firma Business & Leisure Athens Transfers, in der Aristeidou Straße in Glyfada.

- Am 29. Januar, die Büros der Tourismus Vereinigung Business & Personal Luxury Holidays, im 2.Stock eines Gebäudes in der Iasonidou Avenue in Elliniko und ein Transporter von Hellenic Duty Free Shops.

Zusätzlich zerstörten wir im Januar 27 Überwachungskameras von Geschäften in verschiedenen Straßen der Stadt.

So wie anarchistische Solidarität bedeutet weiter zu gehen und nicht unter das Mikroskop von falschen / schlecht platzierten Möglichkeiten des Kampfes passt, wird sie auch nicht mit der Pipette der ideologischen Reinheit verteilt, als ein Balsam mit dem die neidischen und großmäuligen kleinen Barone der Kritik, die an Mangel von Vitalität leiden und in den Sumpf von Konformismus und Inaktivität schwimmen, ihre Lippen befeuchten. Wer nicht die Absicht hat großzügig die Schmerzmittel des Angriffs und der Kameradschaft anzubieten und zur gleichen Zeit sich bemüht irgendwelche Kampfauszeichnungen zu erhalten, soll besser die Schnauze halten, da es wahrscheinlich ist dass sie stattdessen den Mittelfinger gezeigt bekommen werden…

Wir widmen jede unserer oben genannten Aktionen mit komplizenhafter Liebe unserer anarchistischen Schwester Ageliki Spyropoulou, die von der griechischen Polizei gesucht wird und den stolz kämpfenden Genossen der gefangenen Mitglieder der Verschwörung der Feuerzellen (CCF).

(Anm.d.Ü.: Aus übersetzungstechnischen Gründen wurde an dieser Stelle ein Teil nicht übersetzt.)[…]

Während Sicherheitspolizei und Antiterrorbehörden, landesweit, alles in ihrer Macht stehende tun , um das „Geheimnis“ der Verbindung von Kriminalität und Terrorismus zu lösen, fahren wir spontan mit unserem zerstörerischen Projekt fort…

Für das Wachsen von 10, 100, 1.000 Zellen der FAI-FRI!

Lasst die Trompeten des Anarchistischen Krieges wieder ertönen!

Weil es einen Versuch wert war…
WIR BITTEN UM NICHTS – WIR WOLLEN ALLES
FEUER FÜR DIE METROPOLITANEN FRIEDHÖFE
KEIN FRIEDEN MIT DER KNASTGESELLSCHAFT

Informal Anarchist Federation-International Revolutionary Front
Constant Unholy Synod/Iconoclastic Cell Clément Duval

PS.
1)An all die dreckigen Ficker – niemanden ausgeschlossen- die unsere Kameraden in schwierigen Zeiten des Kampfes verletzen und verleumden: „Die Welt ist ein sehr viel kleinerer Ort als ihr schwachsinnigen Scheißer denkt. Nichts ist vergessen, eure Zeit wird kommen!“
2) An Ageliki: „Bleibe sicher und stark… Unser Tag wird kommen!“

(Anmerkung: Der Text wurde übersetzt von https://interarma.info/2015/02/02/ellada-ebrhstiko-baraz-athina/ , er bezieht sich auf aktuelle Ereignisse im anarchistischen Raum von Athen, deren Erläuterung hier den Raum sprengen würde. Ageliki Spyropoulou wird gesucht wegen angeblicher Unterstützung von Christodoulos Xeros ( http://325.nostate.net/?p=14359#more-14359 ).

Über Clement Duval https://de.wikipedia.org/wiki/Cl%C3%A9ment_Duval )

[Greece] Videos der Antiknastdemos


Koridallos Gefängnis in Athen


Diavata Gefängnis in Thessaloniki (nachfolgend die Übersetzung des Textes aus dem Video)

„Wir schleudern unsere Solidarität als untrennbaren Teil unserer Aktion gegen die Isolierung der kämpfenden Gefangenen unter einem Regimen der Spezial-Festnahmen und Vernichtung der Beziehungen und Strukturen, die sie geschaffen haben über den täglichen Widerspruch in allen Formen von Einschließen, Überwachung und Kontrolle. Bis zur Vernichtung aller Gefängnisse. Bis zur Vernichtung der Welt der Herrschaft. Ein Kampf ohne Waffenruhe für die soziale Revolution.
Thessaloniki, Dezember 2014. Okupa Terra Incognita.“


Gefängnis in Larisa

Attica: Noise demo at Amygdaleza detention centre, 30/11/2014


On Sunday, November 30th, 2014, nearly 70 comrades gathered outside the barbed wires of the Amygdaleza concentration camp. Detained migrants, outside the containers, stood on the other side. We saw them and they saw us, we shouted and they shouted back, at some moments we joined our voices: “FREEDOM”. Then we were able to return to the city; they remained there.

We found ourselves there because we owed it. We owed it to the imprisoned migrants who, though they’re pushed toward their physical and psychological limits due to the “hospitality” conditions, though they count dead, continue to struggle by all means at their disposal (uprisings, hunger strikes, escapes, or self-injury). We owed it to our enemies (the racist State and its employees, the bosses and their fascists, the racists everywhere) as yet another reminder that they don’t play without an opponent. We owed it to ourselves, because we neither want nor bear a life in a place where there are concentration camps.

Freedom to all incarcerated migrants
Solidarity with those tried this period for the Amygdaleza rebellion in August ’13
No concentration camp, never and nowhere

Solidarity gathering at the courthouse of Athens, entrance from 4, Degleri Street
Monday, December 22nd, at 9am
Day of the court’s ruling on the case of migrants prosecuted for participation in 2013 Amygdaleza detention centre riot

No Lager Assembly

Statement from Nikos Romanos

Following 31 days of a tough and tenacious struggle, I end my hunger strike, having scored an important victory. The amendment voted in Parliament with me its single recipient, had important differences to the initial proclamation of the Minister of Justice, eventually meeting my demands – even if this involves me “wearing an electronic tag”.

The only thing certain is that this victory was an outcome of the political pressure applied for it by the people in struggle and the Combatant Anarchy are indisputably the great moral, political and practical victors. The multiform revolutionary struggle and us, as political prisoners, resurface from this struggle stronger than before.

I raise my fist, sending the warmest regards and my unlimited love to all those comrades who stood by my side.

BY ALL MEANS!
SOLIDARITY TO POLITICAL PRISONERS
LONG LIVE ANARCHY

PS: A detailed text will follow in the days to come.

PS2: I would like to also thank the hospital doctors who refused to bow to the pressure by the attorney regarding my forced feeding, and who supported me to the possible extent.

Ein anarchistisches Revival?

revival
Auf Griechenlands Straßen tobt erneut der Aufstand. Die aktuelle Protestwelle begann mit dem Gedenken an den Aufstand am Polytechnikum 1973 am 17. November, ging weiter mit einem erneuten Generalstreik am 27. November und mündete nun in auch gewaltsame Proteste zum Jahrestag der Ermordung von Alexandros Grigoropoulos am 6. Dezember und in Solidarität mit dem inhaftierten Hungerstreikenden Nikos Romanos.

In den vergangenen Wochen kam es landesweit zu Besetzungen und Kämpfen gegen die Staatsmacht – in besonders heftigem Maße in Athen und Thessaloniki. Vergangenen Mittwoch beendete Nikos Romanos schließlich nach 31 Tagen seinen Hungerstreik, nachdem er – in kritischem gesundheitlichen Zustand – mit einem Durststreik gedroht hat. Es kam schließlich zu einem Kompromiss zwischen seinem Anwalt und der Regierung. Steht die bis vor kurzem noch paralysiert wirkende und fragmentierte anarchistische/antiautoritäre (a/a) Bewegung in Griechenland vor einem neuen 2008, oder handelt es sich eher um das letzte Aufbegehren gegen einen längst übermächtig gewordenen Repressionsapperat?

Zu den Hintergründen
Nikos Romanos ist eine Symbolfigur für die a/a Bewegung in Griechenland: Er war einer jener Freunde von Alexandros Grigoropoulos – jenem jungen Anarchisten, der im Jahr 2008 von griechischen Polizeieinheiten im Rahmen einer Kontrolle ermordet worden war –, die dessen Ermordung als Augenzeugen mitbekommen hatten. Die Gedenkproteste an Alexandros mündeten in die heftigsten landesweiten Ausschreitungen in der jüngeren Geschichte Griechenlands. Die Bilder der Riots gingen als Sinnbild des Aufstands ihrerzeit um die Welt. Schon damals bildeten landesweit Besetzungen von Rathäusern, Uni-Fakultäten, Schulen und Gewerkschaftshäuser ein Netz an Widerstandszentren von denen der wochenlange Aufstand ausging.

Mit seinen Genossen Dimitris Politis, Andreas-Dimitris Bourzoukos, Yannis Michailidis führte Romanos im vergangenen Jahr einen bewaffneten Überfall auf eine Bankfiliale der Agrotiki-Bank und ein Postbüro in Kozani, westlich von Thessaloniki im Norden Griechenlands, durch. Das geraubte Geld sollte in die politische Arbeit fließen. Nach einer Verfolgungsjagd konnten sie von der Polizei gestellt werden, wurden in ein Polizeipräsidium gebracht und dort gefoltert. Die Bilder wurden anschließend – mit Photoshop bearbeitet – der Presse präsentiert.

Ihm und seinen „Komplizen“ wird außerdem die Mitgliedschaft in der als „terroristische“ Vereinigung geltenden Gruppe ,,Verschwörung der Feuerzellen'‘ vorgeworfen. Nach einem Strafverfahren, muss Romanos nun knapp 15 Jahre in der Haftanstalt Koridallos in Athen einsitzen.

Aus der Lethargie….
Der Aufstand von 2008 war vorerst der Höhepunkt einer sich seit den 80er Jahren rasant entwickelten anarchistischen und antiautoritären Szene. Dessen Vorläufer waren die Studentenproteste 2006-2007 die zum vorläufigen Stopp des damaligen neuen Bildungsgesetzes führten, und kurzzeitige Aufstände gegen staatliches Morden wie im Fall der Ermordung von Michalis Kaltezas 1985 oder von Nikos Temponeras 1991. Die a/a Bewegung geriet in den vergangenen Jahren aufgrund von internen Kämpfen und daraus folgenden zahllosen Spaltungen von Zusammenhängen zunehmend in die Defensive. Angesichts der Lethargie einer krisengeschüttelten und verängstigten griechischen Gesellschaft und der Perspektivlosigkeit einer schwerpunktmäßig auf den militanten Aufstand fixierten und organisationsschwachen Bewegung schien diese an einem Dead End angelangt zu sein.
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[Gr] Solidrität mit Nikos Romanos und allen anderen Gefangenen in ihrem Kampf [ÜBERSICHT]


Anarchist prisoner Nikos Romanos, currently hospitalized in critical condition in Athens, has been on a hunger strike since the 10th of November 2014. His request for educational leaves – to which he’s entitled since September 2014 – has been repeatedly denied by the Greek justice system.

In Koridallos men’s prison, 75 inmates at the Ε wing abstained from prison meals between the 13th and the 14th of November, in solidarity with Nikos Romanos.

Anarchist prisoner Yannis Michailidis, currently hospitalized in Piraeus, has been on a solidarity hunger strike since the 17th of November.

Anarchist prisoners Andreas-Dimitris Bourzoukos and Dimitris Politis, who are held in Koridallos prison, have also been on a solidarity hunger strike since the 1st of December.

Two women incarcerated in the disciplinary prison of Neapoli in Lasithi, on the island of Crete, have abstained from prison food since the 4th of December.

Imprisoned fighter Elias Karadouman, who is held in Corfu prison, conducts a 7-day symbolic hunger strike in solidarity with Nikos Romanos between the 5th and the 11th of December 2014.

On the 5th of December, in various men’s prisons across Greece, prisoners in struggle Spyros Stratoulis, Sotiris Georgakopoulos, Dimitris Dimitriou, Dimitris Savvidis, Giorgos Moysiadis, Admir Betsani, Ioakim Kourkoulis, alongside imprisoned anarchists Antonis Stamboulos, Rami Syrianos and Tasos Theofilou, announced prison food abstention until the request of anarchist hunger striker Nikos Romanos is met.

On the 6th of December, 17N prisoner Dimitris Koufontinas and Revolutionary Struggle anarchist prisoner Kostas Gournas, both held in the dungeons of Koridallos women’s prison, refused to enter their cells in a minimal display of solidarity with Nikos Romanos.

Most of the prisoners at different wings of Koridallos men’s prison refused to enter their cells at midday between the 6th and the 8th of December 2014.

Communists from Turkey who are incarcerated in Larissa prison abstain from prison food between the 9th and the 10th of December.

Meanwhile, another anarchist prisoner, known by his initials G.S., has been on a hunger strike as of December 3rd, 2014. The comrade, currently held in Aghios Stefanos prison in Patras, was sent in pretrial detention accused of involvement in recent Messolonghi police station attack. The charges against him are based on the use of false testimony by a plainclothes cop. G.S. struggles for his immediate release from prison, protesting against the repression and the humanguards, against the police state, ministers, bankers and businesspeople: “These are the terrorists, these are the robbers,” he stated in his latest open letter. He also sent strength to every hunger striker and all those who are fighting against the shackles of society, “a society where the system of snitching is vindicated.”

Strength to hunger strikers Nikos Romanos, Yannis Michailidis, Andreas-Dimitris Bourzoukos, Dimitris Politis and Elias Karadouman.

Immediate release of hunger striker G.S.
Solidarity with all prisoners in struggle!

contrainfo

Von Hamburg nach Athen: Soli-Aktion für Nikos und Alexis

Am 06.12.2014 wurde im Park Fiction (Hamburg / St. Pauli) ein Soli-Banner für Alexis und Nikos aufgehängt. Wir wünschen Nikos, der sich seit dem 10.11. in einem Athener Gefängnis im Hungerstreik befindet, um die Universität besuchen zu dürfen, viel Liebe und Kraft. Sein Antrag wurde am 02.12. zum zweiten Mal abgelehnt und Nikos ist entschlossen, seinen Kampf weiterzuführen. Unsere Wünsche und Grüße gehen auch an seine Mitgefangenen, Yannis Michailidis, Dimitris Politis und Andreas-Dimitris Bourzoukos, die sich aus Solidarität ebenfalls im Hungerstreik befinden. Wir hoffen, daß unsere Freunde nicht für einen Atemzug Freiheit ersticken müssen…

Alexis, wir vergessen dich nicht! Wenn wir in den Straßen kämpfen, stehst du neben uns! Diese Nächte brennen für dich!

Nikos, halte durch, auch wenn uns tausende Kilometer trennen, sind wir verbunden. Dein Kampf inspiriert und raubt den Wächtern dieser Ordnung den Schlaf.

Zeigt euch solidarisch und organisiert Proteste und Aktionen in euren Städten!

„Nothing is over, everything begins now.“

Brüssel: Brandanschlag in Solidarität mit dem anarchistischen Gefangenen Nikos Romanos

brüssel
Am Dienstag, 2. Dezember 2014, zündeten wir drei Fahrzeuge an, die Mitgliedern des europäischen Parlaments gehören. Der Angriff ereignete sich in der Général Lartigue Allee in Brüssel.

Diese Aktion ist ein Akt der offensiven Solidarität mit dem Anarchisten Romanos, der sich zurzeit im Hungerstreik befindet.

Solidarität mit den anarchistischen und revolutionären Gefangenen in Griechenland und überall.

Solidarität mit den Kämpfen der Genossen und GenossInnen in Chile.

[Gr] Athen: Das kulturelle Zentrum Melina wurde von AnarchistInnen besetzt

melina
Heute, am 06. Dezember 2014, besetzen wir das kulturelle Zentrum Melina in Athen, das sich Herakleidon- Ecke Thessalonikis Str. in dem Viertel Thissio befindet.

Die Besetzung ist ein Akt der Solidarität mit den anhaltenden Kämpfen des Genossen Nikos Roman, sechs Jahre nach dem Mord an Alexandros Grigoropoulos. Unsere Absicht ist die Weiterführung und Eskalation der vielfältigen anarchistischen Aktion. Wir unterstützen jede Initiative, die dazu beiträgt, den sozialen Krieg zu intensivieren.

Sieg im Kampf der Hungerstreikenden Nikos Romanos, Yannis Michailidis, Andreas-Dimitris Bourzoukos und Dimitris Politis.

Kraft dem Genossen Gou.Sou aus Messolonghi, der im Aghios Stefanos Knast in Patras einsitzt und seit 3. Dezember ebenfalls im Hungerstreik ist.
Wir unterstützen den Kampf der Flüchtlinge aus Syrien.
Eine geballte Faust den Kämpfenden in den griechischen Knästen, die sich weigern, in ihre Zellen zurückzugehen, sich dem Essen enthalten und in einem symbolischen Hungerstreik in Solidarität mit dem Anarchisten Nikos Romanos gegangen sind.

FEUER DEN GRENZEN – FEUER DEN KNÄSTEN
WIR VERGEBEN NICHT – WIR VERGESSEN NICHT

PS: Wir sehen uns in den Straßen, auf den Barrikanden und in den besetzten Gebäuden

Kurzes Update aus dem besetzten kulturellen Zentrum Melina:
Die Besetzung geht weiter und bleibt als Zentrum des Kampfes geöffnet, um einerseits die Leute nach der heutigen Demo zu empfangen und andererseits um unsere Teilnahme für die morgige Kundgebung auf dem Syntagma-Platz um 18 Uhr vorzubereiten. Für den morgigen Sonntag um 14 Uhr rufen wir zu einer öffentlichen Versammlung auf.

KONFLIKT – REVOLTE – SOLIDARITÄT

contrainfo

[Gr] Athen: Besetzung der Zentrale des Gewerkschaftsverbunds GSEE (04.12.)

“Sie sagten uns, ihr werdet gewinnen, wenn ihr euch unterordnet. Wir haben uns untergeordnet und haben Asche gefunden.” (George Seferis)

Heute, am 04.12., haben wir das Gebäude des Gewerkschaftsverbunds GSEE (Allgemeine Konföderation der griechischen Arbeiter) in Solidarität mit dem seit dem 10.11. Hungerstreikenden Nikos Romanos besetzt. Der Anarchist Nikos Romanos ist ein erklärter Feind des Regimes. Er wählte seine aktive Form des Kampfes gegen Staat und Kapital sowohl innerhalb als auch außerhalb des Gefängnisses.

Jene, die versuchen, ihn zu zerstören oder zum Aufgeben zwingen sind:

- die Regierung, die sich loyal zu den Anordnungen des lokalen und internationalen Kapitals verhält und die Umsetzung des Sparpakets, eine Politik schärfster Austeritätsmaßnahmen und die Entwertung der Arbeitskraft anregt.

- der Staat, der einen Ausnahmzustand auferlegt, um die gesellschaftliche Zustimmung zu erpressen und Angst zu verbreiten. Die Sammellager für MigrantInnen, die Knäste des Typ C, die Festnahmen und die Zurschaustellung (angeblich) HIV-positiver Frauen, die gewaltsame Unterdrückung von Demonstrationen, die Folterungen, die polizeiliche Besatzung in Skouries sowie das Abzielen auf studentische Mobilisierungen ergeben ein Puzzle von Griechenland als eine Festung.

Die Spitze der repressiven Politiks heute ist der Fall des anarchistischen Hungerstreikenden Nikos Romanos. Durch seine Vernichtung verfolgt der Staat den Zweck der Neutralisierung von revolutionären Projekten der Selbstorganisation, des Widerstand und der Solidarität. All jener Projekte, die den Gegenangriff von Gesellschaft und Klasse, die Revolution, entzünden könnten.

Im Kampf von Nikos Romanos geht es nicht nur um das Erringen des Bildungszugangs. Es handelt sich um ein Bollwerk in den Knästen des Typ C, gegen die neuen ‘besonderen Haftbedingungen’, gegen die Einschränkung von Rechten, welche mit Blut der Gefangegen erobert wurden. Es handelt sich um ein Bollwerk gegen den tötlichen Angriff des Staates und des Kapitals. Aus all den genannten Gründen stehen wir an der Seite unseres Genossen und der solidarischen Leute in seinem Kampf.

KAMPF BIS ZUM SIEG ODER KAMPF BIS ZUM TOD.

Versammlung der Besetzung der GSEE

UPDATE (06.12.2014):

Wir führen die Besetzung des Gebäudes der GSEE in Solidarität mit dem Kampf des sich im 26. Tag seines Hungerstreiks befinden Genossen Nikos Romanos. Wir stehen außerdem mit all unseren Kräften in Solidarität mit den Hungerstreikenden Giannis Michailidis, Andreas-Dimitris Bourzoukos und Dimitris Politis.

Wir rufen für Samstag, den 06. Dezember, alle kämpfenden Menschen zu den Demonstrationen auf den Straßen der Metropolen auf und halten das besetzte GSEE-Gebäude als Zentrum des Kampfes offen.

Wir rufen außerdem für Sonntag, den 07. Dezember für eine Vor-Kundgebung am besetzten GSEE-Gebäude auf (Alexandras- Ecke Patission Str.) für die Solidaritätsdemonstration für Nikos Romanos und die anderen hungerstreikenden Genossen um 16 Uhr auf, die sich Richtung Syntagma im Angesichts der Abstimmung über den Haushaltsplan bewegen wird.

Mit erhobenem Haupt, mit Kraft und Würde.
Alle für alle bis zum Ende.
Bis zur Zerstörung von Staat und Kapital.

Besetzung GSEE

contrainfo

http://de.contrainfo.espiv.net/ // www.nichtsneues.blogsport.de

[Gr] Athen: Zweite Erklärung des besetzten Polytechnikums nach den Riots in Exarchia am 2.12.2014

exarchia
Am 2. Dezember 2014 fand eine Solidaritätsdemonstration statt für den anarchistischen Genossen Nikos Romanos, Gefangener im Hungerstreik seit dem 10. November, der die Gewährung von Hafturlaub zum Besuch von Universitätsvorlesungen fordert. An der heutigen Demo nahmen Tausende von Menschen teil, von denen einige später zum besetzten Polytechnikum gingen.

Für uns ist das besetzte Gelände des Athener Polytechnikums kein Wert an sich. Ganz im Gegenteil, es ist nur ein weiteres Stück im Mosaik der Würde und des Widerstands gegen all jene, welche die Gesellschaft zu einem Friedhof machen wollen. Es ist ein Stück in dem Mosaik des Widerstands gegen den heutigen Totalitarismus, der seine Macht in unser aller Leben ausbreitet; von den Anarchisten, die in den Hungerstreik getreten sind, der Mobilisierung gegen Hochsicherheitsgefängnisse, den Hungerstreikenden aus Syrien bis zu all jenen, die überall in der Welt für Würde und Freiheit kämpfen.

Wir rufen alle Kämpfenden dazu auf, jede notwendige Initiative zu ergreifen, um dem Hungerstreikenden Nikos Romanos zum Sieg zu verhelfen: von Universitätsbesetzungen, zu Blockaden der Produktion; von Verstößen gegen die Omertà der Medien bis zu Angriffen gegen die Wächter der Ordnung.

Stellen wir uns der Herausforderung unserer Zeit angesichts der staatlichen Repression entgegen der Begründungen, die wollen, dass wir in der Rolle des passiven Zuschauers und Wählers verharren.

Kompromisslose Solidarität mit Nikos Romanos, der seit dem 10. 11. im Hungerstreik ist und mit den solidarischen Hungerstreikenden Yannis Michailidis (seit dem 17.11.), Andreas-Dimitris Bourzoukos (seit dem 1.12.) und Dimitris Politis (seit dem 1.12.).


SOFORTIGE FREILASSUNG ALLER IM LAUFE DER HEUTIGEN ZUSAMMENSTÖSSE VERHAFTETEN


DIE BESETZUNG BLEIBT BIS ZUM SIEG IM KAMPF VON NIKOS ROMANOS

Versammlung des besetzten Polytechnikums
Athen, 2.12.2014

zu finden bei contrainfo

Offener Brief des Genossen Yannis Michailidis, seit dem 17. November im Hungerstreik, aus dem Krankenhaus

piraeus
(Open letter of hospitalized comrade Yannis Michailidis, on hunger strike since November 17th // english version below)

Ich schreibe diese Zeilen, um auszudrücken, wie sehr mich die breiten und vielfältigen Solidaritätsaktionen der Genossinnen und Genossen außerhalb der Gefängnismauern berührt haben.

Nicht nur weil ihre Ausmaße, Phantasie, Organisation-Koordination, Zähigkeit und Aggressivität alle meine Erwartungen übertroffen haben, als ich erfuhr, dass wichtige staatliche und kapitalistische Gebäude, Radio- und Fernsehstationen besetzt wurden, organisierte Versammlungen und Demonstrationen in fast allen größeren Städten des Gebietes stattfanden und dass es Angriffe auf die Repressionskräfte wie auch alle möglichen aufständischen Angriffe gab.
Aber auch deswegen, weil es genau das ist, was die Einsamkeit meiner Zelle durchbricht und mich lächeln lässt, denn ich war nicht im Gefängnis am Dienstagabend, ich war unter euch und fühlte die Wärme brennender Barrikaden.

Denn, egal was dabei herauskommt, die bloße Existenz dieser Kampffront ist schon ein Sieg in sich, sowohl für den unmittelbaren Ausgang dieses Kampfes wie auch für das Erbe, das er hinterlässt.

Ich weiß sehr wohl, dass die Tausende von Genossinnen und Genossen, die in diese von Nikos initiierte Schlacht involviert sind, die viele Bedenken aber eine Menge Entschlossenheit haben, untereinander wie auch uns gegenüber sehr verschiedene Auffassungen und Praktiken haben. Doch die Weiterentwicklung gedeiht durch Diversität. Das ist genau die Bedeutung anarchistischer Solidarität; sie verbindet, ohne gleichzumachen, sie vereint ohne zu homogenisieren. Und wenn sie eine aktionsorientierte Solidarität ist, funktioniert sie.

Jetzt, wo die Massenbetrugsmedien ausrufen, dass solange der Hungerstreik fortgesetzt wird, er eine Bedrohung für die nationale Sicherheit darstellen würde, verstehe ich, dass kein Kampf für den Müll ist. Die Lücken, die von gebrochenen Gedanken der Verzweiflung gelassen wurden, verursacht durch die lange Inaktivität unter den erstickenden Bedingungen der Einkerkerung, sind von neuem mit bedeutungsvollen Farben bemalt; Aufstand ist immer rechtzeitig.

Unsere Träume werden ihre Alpträume werden.

Kämpferische Anarchie ist erwacht und dröhnt.

Nichts ist vorbei, alles beginnt jetzt.

SOLIDARITÄT MIT DENEN, DIE BEI DEN RIOTS AM DIENSTAG VERHAFTET WURDEN

An Nikos:
Bruder, bleib stark, bis jetzt hast du ihre Feier schon so gut gestört. Du wirst nicht nachgeben, also werden sie es. Ich steh dir bei bis zum Sieg am Ende.

An [Justizminister] Athanasiou:
Ich bin sehr hungrig. Wenn du Nikos ermordest, wird deine Kehle das einzige sein, was gut genug für mich zu essen ist.

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Athen: Erste Erklärung vom besetzten Polytechnikum in Exarchia, 1/12/2014

poly school

Seit heute, 1. Dezember 2014, ist das Athener Polytechnikum besetzt, um ein Zentrum der Solidarität und des Engagements für den anarchistischen Hungerstreiker Nikos Romanos (seit 10/11/2014) und dem Rest der Genossen, die sich in Solidarität mit Nikos im Hungerstreik befinden – Yannis Michailidis (seit 17/11), Dimitris Politis und Andreas-Dimitris Bourzoukos (seit 1/12), zu werden.

Nikos Romanos wird seit dem 1. Februar 2013, nach der doppelten Enteignung einer Bankfiliale und dem ELTA Postbüro in Velventos, Kozani, vom Staat als Geisel festgehalten. Seine Handlung ist Teil des polymorphen anarchistischen Kampfes gegen all jene, die verantwortlich sind für die Plünderung der gesamten Gesellschaft, die der Staat und das Kapital durchsetzen.

Die politischen Entscheidungen von Nikos Romanos und sein militantes Engagement für den Kampf markieren die Fortsetzung der Revolte im Dezember 2008. Er kämpft für eine Welt ohne Macht, ohne Ausbeutung und Bosse.

Der Kampf der hungerstreikenden Gefangenen um einen Atemzug Freiheit, gegen die Brutalität der Einkerkerung und der stetig zunehmenden Repression des Gefängnissystems (z. B. die Aussetzung und Verweigerung des Urlaubs, der umfassende Gebrauch der Einzelhaft, der Bau von neuen Typ C Maximumsicherheitsgefängnissen) geht Hand in Hand mit dem Kampf aller unterdrückten Menschen gegen die Unterwerfung und Verwüstung unserer Leben.

Diese Besetzung zielt darauf ab/beabsichtigt, neben jeglichem anderen Beispiel des Kampfes, der sich auf die Verteidigung von Nikos Romanos Forderungen (Freistellung vom Gefängnis für Bildungstage) und auf die soziale Befreiung generell richtet, der befreiten Fläche des Athener Polytechnikums die Eigenschaften eines offenen, massiven und streitlustigen Kampffokusses zu verleihen.

AUF DIE STRASSEN DER REVOLTE

SOLIDARITÄT MIT DEN KÄMPFENDEN IM HUNGERSTREIK

SIEG FÜR NIKOS ROMANOS KAMPF

Versammlung des besetzten Polytechnikums
1/12/2014

Athen: Riots in Exarchia in Solidarität mit dem hungerstreikenden anarchistischen Gefangenen Nikos Romanos

athen

rtos

In der Nacht vom 2. auf den 3.Dezember 2014, kurz nach einer Soli-Demonstration für den Kampf des anarchistischen Gefangenen Nikos Romanos und seinen Mitgefangenen Yannis Michailidis, Andreas-Dimitris Bourzoukos und Dimitris Politis, die sich im Soli-Hungerstreik befinden, brachen in Exarchia massive Riots aus. Berichten zufolge kam es zu zahlreichen Verletzten und Festnahmen durch die Polizei (mindestens zwei Festgenommene wurden schwer verletzt und mussten ins Krankenhaus gebracht werden).


Das Videomaterial zeigt beispielhaft direkte Aktionen und Momentaufnahmen der Straßenkämpfe zwischen Randalierenden und Cops in der Stournari Straße und der Verteidigung der besetzten Polytechnischen Schule Athens in Exarchia.

Am gleichen Tag kam es in diversen anderen Städten Griechenlands zu Solidartäts-Kundgebungen mit den anarchistischen Gefangenen im Hungerstreik.

Solidarität heißt Angriff!

Athen: Protest vor dem Haus des Vize-Primier in Solidarität mit Nikos Romanos

Am Montagabend, dem 1. Dezember gegen 18 Uhr, führte eine Gruppe von GenossInnen eine Intervention vor dem Haus des Vizepräsidenten und Außenministers der griechischen Regierung Evangelos Venizelos durch, das sich in den südlichen Ausläufern des Lykavitos-Hügels im Zentrum Athens befindet. Venizelos ist zudem der Vorsitzende der mitregierenden Partei PASOK.

Ein Transparent wurde ausgebreitet, worauf zu lesen ist: “Freiheit für den anarchistischen Hungerstreikenden N. Romanos”. Außerdem wurden Flugblätter verbreitet und Parolen in Solidarität mit Nikos – der den 24. Tag seines Hungerstreiks heute (03.12.2014) erreichte – gerufen. Ein paar Minuten später verließ die Gruppe das Gebiet wieder ohne Probleme.

geklaut von contrainfo

Athen: Antifaschistisches soziales Zentrum „Distomo” eröffnet

i hate nazis

Ein anarchistisches antifaschistisches soziales Zentrum wurde eröffnet in einem Bezirk Athens, der bis vor kurzem vorwiegend die griechische Neonazipartei Goldene Morgenröte unterstützt hat. Das Zentrum in Agios Panteleimonas wurde „Distomo“ genannt nach dem Massaker vom 10. Juni 1944 in dem griechischen Dorf, in dem die deutsche Waffen-SS über zwei Stunden lang von Tür zu Tür ging und die griechische Zivilbevölkerung massakrierte als Teil einer „Vergeltungsmaßnahme“ für einen Partisanenangriff auf zwei deutsche Soldaten. Insgesamt 218 Menschen, Frauen, Kinder, Männer, der älteste über 80, das jüngste zwei Monate, wurden in Distomo massakriert.

Video einer Antifa Patrouille des antiautoritären sozialen Zentrums „Distomo“ in Agios Panteleimonas

Portrait des faschistoiden Bezirks in Agios Panteleimonas hier (auf griechisch mit englischen Untertiteln)

Athen: Updates der Hungerstreikenden Yannis Michailidis and Nikos Romanos

Der anarchistische Gefangene Nikos Romanos ist seit dem 10. November 2014 im Hungerstreik, um Bildungsurlaub vom Gefängnis einzufordern, der ihm schon seit September 2014 zusteht. Nikos ist zurzeit in Athen im Krankenhaus Gennimatas, unter strenger Aufsicht der Polizei. Der Arzt Pantelia (Lina) Vergopoulou, der ihn heute 28/11 besucht hat, berichtet, dass der Compa in einem kritischen Zustand mit lebensbedrohlichen Komplikationen ist. Spät abends haben sich wieder mehr als 200 Genoss*innen und Freunde von Nikos gegenüber dem Krankenhaus versammelt, um ihre direkte Solidarität zu zeigen. (audio)

Der anarchistische Gefangene Yannis Michailidis befindet sich seit dem 17.November ebenfalls im Hungerstreik, als Ausdruck der Solidarität mit dem Kampf von Nikos Romanos. Ab heute musste auch er ins Krankenhaus verlegt werden, nachdem ein verlangsamter Herzschlag (bradycardia) festgestellt wurde. Yannis ist zurzeit in Piraeus im Krankenhaus Tzaneio, unter strenger Aufsicht der Polizei.

Beide Compas bleiben stark und setzen ihren Hungerstreik fort.

Aktive Solidarität über Grenzen hinweg!

Nikos Romanos ins Krankenhaus verlegt!

n.romanos
Am Dienstag Abend den 25. November, versammelten sich etwa 150 Menschen vorm Gennimatas Krankenhaus in der Mesogeion Avenue um ihre Solidarität mit dem Anarchisten Nikos Romanos zu zeigen, der seit dem 10. November im Hungerstreik ist und gestern vom Koridallos Knast ins Krankenhaus verlegt wurde. Der Platz war voll mit Cops, antiriot Einheiten […] Zivi Bullen und Spezial Einheiten im Krankenhaus.

Die Unterstützer_innen steuerten die Rückseite des Krankenhauses an, von wo aus Sichtkontakt mit Nikos Romanos möglich war. Der Compa stand für eine Weile hinter den Fenstergittern und winkte den Leuten zu, die ihm Parolen rufend Durchhaltevermögen und Stärke schickten. Die Versammlung dauerte etwa 1,5 Stunden; gegen 18:30h zerstreute sich die Menge.

Ein Transpi wurde an der Mesogeion Avenue aufgehängt:
„Kampf für die Freiheit – Solidarität mit Compa N.Romanos, seit dem 10.11 im Hungerstreik (A)“

You can find some translation in en and greek here!