Archiv der Kategorie 'repression'

[Nordamerika] Die Freiheit erblüht auf den Ruinen der Gefängnisse

Auruf zu lärmenden Demonstrationen am Silvesterabend aus den Gefängnissen heraus, in ganz Nordamerika!
nordamerika

Während der letzten 12 Monate haben sich neue Wellen der Rebellion über den ganzen Kontinent und die Welt ausgebreitet. Gegen den Terror des mexikanischen Staates und seine blutrünstigen Komplizen. Seit Ayotzinapa haben sich Demonstrationen, Unruhen und Anschläge verbreitet. Ausgelöst durch die rassistische Polizeigewalt in den USA, haben die Rebellierenden des mittleren Kontinents ein neues Level an Intensität und Koordination erreicht. Die Blockaden und Besetzungen dauern weiter kochend an und dehnen sich bis nach Kanada aus. In Flammen stehende Barrikaden, errichtet wegen der Kämpfer*innen von Mi’kmaq, haben ihren Widerhall in San Francisco und Oakland gefunden. Es ist fundamental, dass wir die Angewohnheit der lärmenden Demos aus den Gefängnissen am Vorabend zu Neujahr mit diesem Ausbruch des sozialen Konflikts verbinden.

Auf einer weltweiten Ebene befinden sich diese Ausbrüche unmittelbar in Verbindung mit Konflikten mit dem System, das manchmal zu Festnahmen und Verhaftungen von Rebellierenden und Anarchist*innen, für andere selbst bis zur Folter und zum Tod führt. Das Jahr 2014 begann mit den Festnahmen von Amélie, Carlos und Fallon. Am Ende des Jahres stehen hunderte von Menschen nach Monaten des friedlichen Protests gegen die Polizei unter Anklage. Wir haben nicht nur Eric Garner, Tamir Rice, Mike Brown und die Normalistas, sondern auch Rémi Fraisse, und im vergangenen Jahr, Omar Aziz verloren. Dutzende Compas bleiben unbekannt, während andere ihre Kämpfe im Gefängnis fortsetzen. Diese Kämpfe reichen von protestierenden Häftlingen und inhaftierten Migrant*innen in Kalifornien und Indiana, Tacoma und Houston bis zum erfolgreichen Hungerstreik von Nikos Romanos in Griechenland und tausenden Compas in Europa.

Unsere Antwort auf diese Repression war immer die revolutionäre Solidarität. Unsere Unterstützung ist weder passiv noch barmherzig, sondern basiert auf der anhaltenden Ausdehnung des Kampfes gegen Autorität und Kapitalismus. Wir machen nicht nur weiter mit subversiven Projekten, die der Staat durch Verhaftungen oder Vorladungen wünscht zu beenden, sondern wir finden auch weiterhin neue Wege die bestehende Ordnung zu untergraben. Für uns sind die Gefangen weder Idole noch Helden, sondern Compas mit denen wir einen offenen Dialog und eine kritische Perspektive aufrecht erhalten. Wir unterstützen nicht nur sie; wir zählen auch auf sie uns zu unterstützen und zu inspirieren. Der Kontakt und das beidseitige Wissen sind die Voraussetzung für diese solidarische Beziehung.

Vom Verschicken von Briefen bis zu direkten Aktionen praktizieren wir unsere Solidarität mit den Gefangenen während des ganzen Jahres um diesen Kontakt aufrecht zu erhalten. Nichtsdestotrotz organisieren wir auch jedes Jahr am Vorabend zu Neujahr lärmende Demonstrationen aus den Mauern der Gefängnisse, Haftanstalten und Inhaftierungslager für Migrant*innen heraus. Manchmal sind dies die Plätze wo bestimmte Compas eingesperrt sind, während es ein andermal Orte sind, wo soziale und rebellische Gefangene, die wir nicht kennen durch den Staat verlassen wurden um zu vermodern. (?) Wie dem auch sei, wir benutzen unsere Stimmen, unsere Banner, Soundsystems, Instrumente und Pyrotechnik um die Gefangenen daran zu erinnern, dass sie niemals alleine sind. Die Kommunikation und Koordination unserer Vorhaben und rebellischer Aktionen sind möglich, unabhängig von der Größe der Mauern. Während sich neue Ausschreitungen gegen die Polizei , weiße Vorherrschaft, den Staat und Kapitalismus verbreiten, ist es mehr denn je möglich Solidarität mit denjenigen zu verbreiten, die in den Gefängnissen eingesperrt sind; dem Ort an dem sich diese Form der Macht am gewalttätigsten zeigt.

Organisier eine laute Demo in deinem Dorf oder deiner Stadt an diesem Silvesterabend. Verbinde sie mit den Kämpfen der Gefangenen, aber auch mit deinen Lebensumständen und deinen eigenen Kämpfen. Wir versichern, dass diejenigen, die während der letzten Aufstände festgenommen und angeklagt wurden, eure Stimmen hören. Ohne alldiejenigen zu vergessen, die seit vielen Jahren mit Würde innerhalb der Gefängnisse gekämpft haben.

Auf dass sich die Revolte, die der Herrschaft und Ausbeutung eine Ende machen kann, innerhalb und außerhalb der Gefängnisse ausbreitet!

Einige Anarchist*innen von der Ostküste
15.Dezember 2014

Original in spanisch, geklaut von Contrainfo

[Spain] Solidaritätserklärung mit den anarchistischen Gefangenen


Die „Operation Pandora“ endete mit der Durchsuchung von 12 Wohnungen, zwei anarchistischen Ateneus und dem Casa de la Muntanya und darüber hinaus mit der Inhaftierung von sieben Gefährt_innen und weiteren Vier, die unter Auflage freigelassen wurden. Während unsere Leben zum zigsten Mal durch eine repressive Operation erschüttert wurden, schüttelten sich der spanische Innenminister Jorge Fernandez Diaz und die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet die Hände für ihre „gute Arbeit“, die sie im vergangenen Jahr in der Kooperation zwischen den beiden Staaten realisiert haben, ausgedrückt durch die Unterzeichnung des Abkommens über die polizeiliche Zusammenarbeit zum Kampf gegen die Kriminalität und für Sicherheit.

Das Abkommen wurde im vergangen Oktober unterzeichnet und dient der Verbesserung der reibungslosen Zusammenarbeit zwischen chilenischen und spanischen Polizeibehörden im Kampf gegen den „Terrorismus“. Es beinhaltet unter anderem spezielle Ausbildungsprogramme, damit chilenische Polizeieinheiten von der Guardia Civil und der spanischen Nationalpolizei „lernen“.

Als wäre das nicht schon genug, wurde am Vortag der Operation Pandora die Einrichtung einer Datenbank des Innenministeriums öffentlich gemacht (UCPI – Einheit für die internationale polizeiliche Zusammenarbeit). Dieses Register ermöglicht die Erfassung von Daten ohne jegliche richterliche Anordnung von allen Personen, die entweder mit einem Ermittlungsverfahren in Verbindung zu bringen sind oder die der Begehung einer Straftat oder einer Ordnungswidrigkeit verdächtigt werden.
Neben den Angaben zur Person, die zwischen dem Zoll, Banken, Interpol und Europol ausgetauscht werden, kann es sich auch um charakterspezifische Angaben, Stimmenaufzeichnungen, Fotos, Autokennzeichen, biometrische Daten, Fingerabdrücke, Emails etc. handeln.
All dies geschieht im Rahmen der Einführung des ‚ley mordaza‘ („Maulkorbgesetz“) (siehe „New Gag Law“), welches den Widerstand all derjenigen kriminalisiert und unterdrückt, die sich nicht den Forderungen des kapitalistischen Staates unterwerfen wollen.

Aus Sicht von Te Kedas Donde Kieras als ein libertäres Kollektiv im antirassistischen Kampf, ist es uns klar, dass der einzige Terrorist der Staat ist, der täglich sowohl unsere anarchistischen Gefährt_innen, als auch geflüchtete Personen unterdrückt.

Es darf nicht vergessen werden, dass das ‚ley mordaza‘ einen gesonderten, den Flüchtlingen gewidmeten Absatz enthält, welcher besagt, dass eine ausländische Person, mit oder ohne Papiere, die sich an einer Aktivität gegen die „öffentliche Sicherheit“ (Demonstrationen, Proteste, etc.) beteiligt, aus dem Land abgeschoben werden kann. Im gleichen Gesetz werden die bekannten „devoluciones en caliente“ („heißen Ausweisungen“) legal festgeschrieben: Hierbei handelt es sich um die sofortigen Abschiebungen derer, die gerade die Grenze überquert haben, ohne diesen die Möglichkeit zu geben Asyl zu beantragen oder medizinische Hilfe zu erhalten.

Uns erscheint Terrorismus, täglich tausende Menschen rassistischen Kontrollen auszusetzen.
Uns erscheint Terrorismus, unsere Gefährt_innen aus ihren Wohnungen zu verschleppen und sie in den Zellen des Staates wegzuschließen.
Uns erscheint Terrorismus, die Grenzpolitiken, die zwischen den Jahren 2000 und 2014 mehr als 27.000 Menschen ermordet haben, die versucht haben nach Europa zu gelangen.
Uns erscheint Terrorismus, gegen Proteste vorzugehen und all diejenigen zu unterdrücken, die sich wie wir nicht mit einem Leben in Elend abfinden wollen.

Solidarität mit all denjenigen, die rebellieren, die aufständisch sind, die Zäune überspringen, die sich weder mit Gesetzen noch mit Grenzen abfinden wollen.

Freiheit für anarchistische Gefangene!
Freiheit für alle Gefangenen!

[Italien] Chiara, Claudio, Niccolò und Mattia unter Hausarrest

italy

Eine Woche nach ihrer Verurteilung wurden Chiara, Claudio, Niccolò unter Hausarrest gesetzt, mit allen Einschränkungen. Daher sind sie zwar aus dem Gefängnis entlassen, aber alle Treffen mit Menschen, die nicht dauerhaft im selben Haus wohnhaft sind, sind ihnen verboten.

Am 22. Dezember wurde Lucio – wie Francesco und Graziano auch – in den AS2 („alta securidad“[erhöhte Sicherheit]) Trakt des Ferrara Gefängnis verlegt. Für alle, die ihnen schreiben wollen, hier ist ihre neue Adresse:

Francesco Sala
Graziano Mazzarelli

Lucio Alberti
c/o C.C. via dell’Arginone, 327 – 44100 Ferrara (Italy)

Pandoras Büchse und das Nähkästchen des spanischen Anti-Terrorismus

Der Fächer an Möglichkeiten des spanischen Antiterrorismus ist ein Nähkästchen, in das alles hineinpasst. Er befindet sich da, in Sichtweite, um uns daran zu erinnern, dass zu kämpfen für den Staat Terrorismus ist. Er funktioniert wie eine Vogelscheuche. Werden wir uns erschrecken?

(Translations into Dutch, French, Italian, English below the text!)

Der Morgen des Dienstags, 16. Dezember, hat uns mit einer Welle von Hausdurchsuchungen und Verhaftungen überrascht… Hat er uns überrascht? Wir werden nicht lügen. Fangen wir noch einmal an. Der Morgen des Dienstags, 16. Dezember, hat uns NICHT überrascht. Die regionale katalanische Polizei, die Mossos d’Esquadra, die Guardia Civil und richterliche Beamte der Audiencia Nacional* haben mehr als 10 Wohnungen und einige anarchistische Lokale in Barcelona, Sabadell, Manresa und Madrid gestürmt, mit den jeweiligen Hausdurchsuchungen, Verhaftungen und Beschlagnahmungen von propagandistischem und informatischem Material. Ausserdem haben sie die Gelegenheit genutzt, um auch in das alte Kasa de la Muntanya, ein besetzter Raum, der gerade 25 Jahre alt geworden ist, einzufallen und es zu plündern, indem das gesamte Anti-Riot-Korps der Brigada Móvil der Mossos d’Esquadra eingesetzt wurde.

Laut der Presse, die wie immer ihre Rolle als Polizeisprecherin verdeutlicht, ist es das Ziel dieser Verhaftungen, „eine kriminelle Organisation mit terroristischer Zielsetzung und von gewaltsamem anarchistischem Charakter“ zu zerschlagen. Obwohl es einfach klingt, eine fixe Phrase noch einmal zu wiederholen, werden wir es tun: die einzige kriminelle Organisation, die versucht, mit ihrem gewalttätigen Charakter die Leute zu terrorisieren, ist der Staat und seine Tentakel: die Presse, der juristische Apparat, seine repressiven Korps und seine Politiker, egal von welchem Spektrum.

Weshalb hat uns diese repressive Handlung nicht überrascht? Weil wir sie erwartet haben.

Es geht nicht darum, Orakel zu spielen, oder sonst etwas dergleichen, sondern darum, die Ereignisse zwischen den Linien lesen zu wissen, manchmal in wortwörtlicher Weise. Wie es mit der Verhaftung von anderen Gefährten im vergangenen Jahr geschehen ist, so werden seit langer Zeit Wellen wie jene vom Dienstag gegen libertäre und antiautoritäre Umfelder inszeniert, und, auch wenn die verschiedenen Razzien nicht so groß waren, so verdeutlichten sie einen Horizont mit Situationen dieser Art. (mehr…)

Solidarität mit den Verhafteten Anarchist*innen in Spanien!

tens
Transpi in Athen

sanfrancisco
Aktion vor dem Spanischen Konsluat in San Francisco

uruguay
Graffiti in Maldonado, Uruguay

Adressen der 7 Verhafteten Anarchist*innen in Spanien

Beatriz Isabel Velazquez Dávila
Lisa Sandra Dorfer

C. P. Madrid VII – Estremera
Ctra. M-241
28595 Estremera
Madrid
España

Alba Gracia Martínez
Noemí Cuadrado Carvajal
Anna Hernandez del Blanco

C. P. Madrid V – Soto del Rea
Carretera M-609, Km 3,5
28791 Soto del Real
Madrid
España

Enrique Balaguer Pérez

C. P. Madrid VI – Aranjuez Ctra.
Nacional 400, Km. 28
28300 Aranjuez
Madrid
España

David Juan Fernández

C. P. Madrid III – Valdemoro Ctra.
Pinto-San Martín de la Vega, km. 4,5
28340 Valdemoro
Madrid
España

[Spain] Worte von Mónica Caballero aus dem Gefängis von Brieva

Wäre es mir möglich, ein anderes Leben zu wählen, würde ich es um nichts tauschen.

Ich erinnere mich noch sehr gut an das Gefühl, das mich berauschte, als ich begann, die Autorität in Frage zu stellen, ich erinnere mich an die zahlreichen Widersprüche und Fragen. Bei dieser Entdeckung von Ideen begegnete ich vielen, die in ihren Bibliotheken, Publikationen, Ateneos, usw… aus den Ideen materielle Praktiken machten, und in ihrem alltäglichen Leben… die Ideen hier und jetzt lebten. Es verging nicht viel Zeit, bis ich dasselbe machen wollte.

Ich erinnere mich an die Beklemmung, die ich fühlte, als ich mitbekommen habe, dass es Gefährtinnen gibt, die eingesperrt werden, weil sie die Ideen von Freiheit in die Praxis umsetzen; Ideengeschwister in allen Ecken der Welt im Schlund der panoptischen Bestie. Dieses beklemmende Gefühl hat sich nie geändert, doch die solidarische Geste begleitete es.

Wir sind viele Anarchistinnen, die wir uns auf der anderen Seite der großen Mauer befinden, diese Liste hat sich am Dienstag dem 16. Dezember noch mehr erweitert.

Die Tentakel der Macht ließen sich in anarchistische Räume, libertäre Ateneos, besetzte Häuser und Wohnungen von verschiedenen AnarchistInnen in Katalonien und Madrid nieder. Die Jagd fing elf Gefährtinnen ein, wovon sieben im Gefängnis blieben, angeschuldigt der Zugehörigkeit zu einer bewaffneten Bande von terroristischem Charakter. Es ist kein Zufall, dass die Verhafteten Teil meines näheren Umfelds sind, und dazu mehr als die Hälfte mich oft im Gefängnis besuchte. Der juridisch-polizeiliche Hammer hat die Solidarität bestraft.

Ich kann gegenüber so viel Elend nicht stillschweigen, die staatliche repressive Rache grenzt an den Wahn. Die Informationsmedien (Wortführer der Herrschenden) sprechen von Chefs und Untergeordneten, ich unterstreiche es ihnen und allen, die Zweifel daran haben: Wir sind Antiautoritäre! Niemand ist über mir, und auch ich bin über niemandem!

Die angegriffenen Räume in Katalonien, waren ebenso wenig zufällig, einerseits ist das Kasa de la Muntanya ein wichtiges Besetzungssymbol, mit seinen 25 Jahren weitab von der kapitalistischen Logik, die für viele Generationen von DissidentInnen dieses Terrorsystems ihren Beitrag erbracht haben. Die libertären Ateneos und anarchistischen Räume, die getroffen wurden, haben nie ihre Ideale versteckt, während sie einen fruchtbaren Boden boten, um die Samen der Freiheit zu säen.

Die Kosten in diesem Kampf für die Zurückerlangung unserer Leben sind sehr hoch, niemand sagte, dass es einfach sei, doch ohne irgendeinen Zweifel, wäre es mir möglich, ein anderes Leben zu wählen, so würde ich es um nichts tauschen. In diesem Kampf gegen die Herrschaft gibt es keine Käfige oder Mauern, die unsere Stimmen zum Schweigen bringen können, doch ohne euch Gefährtinnen verwandeln sie sich nur in Echos.

Wenn ihr, liebe Gefährtinnen, die ihr kürzlich eingesperrt wurdet, irgendwann diese Worte lesen könnt, sage ich euch, dass ich sicher bin, dass ihr unkorrumpierbar und auf der Höhe der Umstände bleiben werdet, wie ihr es immer gewesen seid.

Ich erinnere mich immer wieder, dass ich gelesen oder gehört habe, dass die Solidarität eine Waffe ist, die für die AnarchistInnen notwendig ist. Heute hoffe ich, dass diese Erinnerungen Realität werden… unsere Ideen zu Aktion werden lassen.

Strafanstalt von Brieva, spanischer Staat, Dezember 2014

Mónica Caballero
Ávila – Prisión Provincial
Ctra. De Vicolozano
Apdo. 206
5194 Brieva (Ávila) – España

Rote Hilfe? Wer hilft da eigentlich wem?

Der folgende Text ist schon ein Weilchen älter, aber anscheinend immer noch aktuell. Leider stößt die Kritik an der Roten Hilfe immer noch auf taube oder verständnislose Ohren:

Kritik an einem Spendenaufruf für Aktivist*innen in der Urkaine

einige Anarchist*innen aus der Ukraine und Ex-SowjetUnion

Einige Wochen ist es schon her, dass die Rote Hilfe (RH) einen Aufruf veröffenticht hat, Spenden für die Antifaschist*innen und Linke in der Ukraine zu sammeln. Wem will die RH konkret unterstützen? Sie selbst nennen zwei Organisationen, die sie als links und antifaschistisch bezeichnen: KPU und Borotba.

KPU ist die ukrainische Nachfolgerin von KPdSU und benutzt gerne die Selbstbezeichnung „kommunistisch“. In der Tat vertritt die Partei die Einstellungen, die sich viel besser als rechts bis extrem rechts beschreiben lassen. In der Frage des Arbeiter*innenkampfes steht die KPU kontinuierlich an der Seite des Kapitals. So zum Beispiel mit ihrer Abstimmung für die Einschränkungen der Arbeiter*innenrechte im Parlament oder ihrer Reaktion auf den Aufstand in Zhanaozen(Kasachstan), wo ein Streik im Blut erstickt und mehrere Arbeiter*innen von Regierungstruppen erschossen wurden.

Diesbezüglich wurde ein Jubelartikel in der Parteizeitung der KPU veröffentlicht, in dem sie Nazarbajew für Stärke und Konsequenz gelobt haben. Da sie auch mit Stalinismus kein Problem haben, ist das nicht überraschend. Die KPU tritt auch für klerikale und „traditionelle“ Werte ein. So reichten sie im ukrainischen Parlament einen Gesetzesentwurf ein, nach dem „LGBT-Propaganda“ mit 2-5 Jahren Haft bestraft werden würde. Die KPU war gemeinsam mit der Partei der Regionen Hauptverbündete von Janukowitsch im Parlament. KPU-Abgeordnete haben auch für das Gesetz-Paket von 16.Januar gestimmt, welches das Land schlagartig in eine Diktatur verwandelt hat. Genau diese Gesetze ließen die zu diesem Zeitpunkt etwas abgekühlte Proteste eskalieren – kein Wunder, dass die KPU von der absoluten Mehrheit der Protestierenden gehasst wird.

Borotba ist eine viel kleinere, mehr medial als real existierende Organisation. Sie arbeiten offiziell zusammen mit unterschiedlichen Rechten. Seien es solche, die gerne SU-Symbolik benutzen, wie die KPU und die PSPU (antisemitische und rassistische Partei) oder mit traditionelleren pro-russischen extrem Rechten wie „Russkij Wostok“, „Welikaja Rus“, „Rus Trijedinaja“, „Slawjanskoje Edinstwo“, „Oplot“ etc. Heute vereint diese Organisationen pro-Putin und pro-Kriegs Positionierung. pro-Putin- und pro-Krieg-Positionierung. Vorher haben sie auch Janukowitsch unterstützt. Ein Abgeordneter von Borotba aus Odessa hat sogar selbst in einem Interview bestätigt mit dem SBU (ukrainische Sicherheitdienst) zusammen gearbeit zu haben.

Diese Organisationen, wie auch pro-putin’s Propaganda, reden gerne und viel von Antifaschismus. Darunter verstehen sie allerdings einen großrussischen Nationalismus und die Bestrebung einen möglichst starken, großen russischen Staat wiederaufzubauen. So ist es naheliegend, dass an der Seite dieser „Antifaschist*innen“ auch extrem Rechte direkt aus Russland kämpfen. Gleichzeitig wird die tatsächliche Beteiligung ukrainischer Rechter instrumentalisiert, um alle, die sich an der Maidan-Bewegung beteilgen, pauschal „Faschisten“ zu nennen. Dann sieht ein „antifaschistischer“ Kampf oft so aus wie Anfang März in Charkiv. Dort hat Borotba zusammen mit pro-Regierung-Schläger*innen und pro-russischen Rechten ein von Protestierenden (darunter auch bekannte Linke) besetztes Lokalparlament geräumt. Dabei haben sie die Leute schwer verletzt, öffentlich gefoltert und erniedrigt.

Jetzt sammelt die RH Geld für diese „Antifaschist*innen“. Aus der Kommunikation, die einige Genoss*innen diesbezüglich mit dessen Bundesvorstand geführt haben, ergab sich bis jetzt keine klare Stellungnahme. Die RH versucht unsere Meldungen einfach zu ignorieren. Wir werden in der nächsten Zeit eine ausführliche Erklärung zu dem Fall vorbereiten und wahrscheinlich zum Boykott der Roten Hilfe aufrufen. Wir können nicht tatenlos zusehen, dass die Menschen, die sich selbst als Links links bezeichnen, die extreme Rechte in der Ukraine und Russland unterstützen. Dieses Verhalten seitens der RH zeigt nochmal die Notwendigkeit einer Antirepressionsstruktur, die frei von stalinistischer und generell autoritär linker Dominanz auskommt.
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Hier gibts die Stellungsnahme der Roten Hilfe.

[Spain] New ‘Gag Law’ Brings Thousands to the Streets

Some of the most controversial aspects of the Ley Mordaza ‘Gag Law’ include:

1. Photographing or recording police – 600 to 30.000€ fine.
2. Peaceful disobedience to authority – 600 to 30.000€ fine.
3. Occupying banks as means of protest – 600 to 30.000€ fine.
4. Not formalizing a protest – 600 to 30.000€ fine.
5. For carrying out assemblies or meetings in public spaces – 100 to 600€ fine.
6. For impeding or stopping an eviction – 600 to 30.000€ fine.
7. For presence at an occupied space (not only social centers but also houses occupied by evicted families) – 100 to 600€ fine.
8. Police black lists for protesters, activists and alternative press have been legalized.
9. Meeting or gathering in front of Congress – 600 to 30.000€ fine.
10. Appealing the fines in court requires the payment of judicial costs, whose amount depends on the fine.
11. It allows random identity checks, allowing for racial profiling of immigrants and minorities.
12. Police can now carry out raids at their discretion, without the need for “order” to have been disrupted.
13. External bodily searches are also now allowed at police discretion.
14. The government can prohibit any protest at will, if it feels “order” will be disrupted.
15. Any ill-defined “critical infrastructure” is now considered a forbidden zone for public gatherings if it might affect their functioning.
16. There are also fines for people who climb buildings and monuments without permission.

porquecallarsinacigritando

[USA] Protesting in a Police State: How to Stay Safe When Exercising Your Rights


Image taken recently in Ferguson, Missouri USA, during the Justice for Michael Brown protests.

If you’re planning on participating in a peaceful demonstration or protest keep one thing in mind, at any time it could be escalated by police violence.

So what should you do if suddenly rubber bullets, tear gas canisters, and flash bang grenades are whizzing past you and a hundred Mad Max extras waiving clubs start goose-stepping in your direction?

The following will provide you some tips and advice to keep you as safe as possible should you suddenly find yourself in a war-zone.

Clothing
When the storm troopers make their appearance at your protest march, you’ll notice they came dressed to kill. They typically wear helmets, face shields, gas masks, chest protectors, elbow pads, knee and shin pads, and combat boots. In addition, they will carry shields, batons, Tasers, radios, medical kits, shotguns and pistols. Meanwhile, you are standing there in a t-shirt and flip flops. The first tip is to come dressed for the occasion.

Long pants and long sleeves to reduce the exposure of skin to RCAs. (Riot Control Agents)

Wear only cotton or wool. Natural fibers are fire resistant whereas most of the synthetic materials are highly flammable and can quickly ignite from a spark from a flash bang or Molotov cocktail. When these materials burn they will melt right into your skin and cannot be removed without taking the skin with it.

A bicycle helmet, this can be a life saver in case agitators begin throwing rocks and you happen to be in the line of fire. Also useful as protection against police nightstick attacks.

A backpack, fill the book pocket, the pocket that is closest to the back straps, with a large hardcover book. This can act like body armor protecting your back from rubber bullets. In addition, it can be used as a shield by placing your forearm through the shoulder straps and holding the pack as a shield if front of you if you have to escape volleys of projectiles and rubber bullets. Do not have anything in the backpack that you cant ditch if need be and try to be aware that it could also act as a handle for someone trying to grab you from behind.

Ear plugs may become a necessity to have during a flash bang grenade attack or use of a LRAD (Long Range Acoustical Weapon) .

A bandanna: can be used as an emergency bandage, sweat band, improvised dust mask, and washcloth.

Bring work gloves to protect your hands and help prevent burns if you have to remove smoking teargas canisters.

Wear work boots or hiking boots, or at least good high top leather runners. This is to help protect your feet from broken glass and sharp debris on the ground, and will help support your ankles when running, or climbing over barriers.

Wear protective eye-wear or preferably a gas mask if you have one. Swimming goggles or sports style sunglasses with padding on the inside such as used in racket ball and other sports works best. This is to protect against RCAs, rubber bullets and fragments from teargas canisters and Flash Bangs. Try to keep in mind that if the Riot Police have on gas masks, you should too. Riot Police usually only fire tear gas when they have their masks on.
policestate
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Attica: Noise demo at Amygdaleza detention centre, 30/11/2014


On Sunday, November 30th, 2014, nearly 70 comrades gathered outside the barbed wires of the Amygdaleza concentration camp. Detained migrants, outside the containers, stood on the other side. We saw them and they saw us, we shouted and they shouted back, at some moments we joined our voices: “FREEDOM”. Then we were able to return to the city; they remained there.

We found ourselves there because we owed it. We owed it to the imprisoned migrants who, though they’re pushed toward their physical and psychological limits due to the “hospitality” conditions, though they count dead, continue to struggle by all means at their disposal (uprisings, hunger strikes, escapes, or self-injury). We owed it to our enemies (the racist State and its employees, the bosses and their fascists, the racists everywhere) as yet another reminder that they don’t play without an opponent. We owed it to ourselves, because we neither want nor bear a life in a place where there are concentration camps.

Freedom to all incarcerated migrants
Solidarity with those tried this period for the Amygdaleza rebellion in August ’13
No concentration camp, never and nowhere

Solidarity gathering at the courthouse of Athens, entrance from 4, Degleri Street
Monday, December 22nd, at 9am
Day of the court’s ruling on the case of migrants prosecuted for participation in 2013 Amygdaleza detention centre riot

No Lager Assembly

[Italien] Brandanschlag gegen einen Telekom-Mast in Rovereto

rovereto

roveretoII

Am 13. Dezember 2014 wurde der Telekom-Mast in der Stadt Rovereto attackiert. Die Überwachungskameras wurden außer Betrieb gesetzt und
Brandsätze wurden an verschiedenen Stellen angebracht. Die Firmen der Telefongesellschaften sind neben den Umweltschäden, die sie verursachen, besonders in Bezug auf Überwachung und Sicherheit mit dem Staat verknüpft. Insbesondere Telekom ist eine der verantwortlichen Firmen für die Anwendung von Videokonferenzen in Prozessen gegen Häftlinge in Italien.

Die Aktion wurde in Solidarität mit Adriano Antonacci und Gianluca Iacovacci, welchen die Videokonferenz aufgezwungen wurde, mit Maurizio Alfieri, dem sie ebenfalls die Videokonferenz, wegen seines Kampfes im Knast aufgezwungen haben, mit Mónica Caballero und Francisco Solar und mit den Verhafteten der letzten Repressions Operation „Pandora“ verübt. Für die Gefangenen NO TAV, weil die Telefongesellschafts-Firmen eine Schlüsselrolle bei der Repression gespielt haben. Für Tamara Sol, die angeklagt ist einen Gerichts Polizisten (?) erschossen zu haben.

Wir erinnern an Sebastián Oversluij, an Rémi Fraisse ermordet von der französischen Polizei und wir zeigen unsere Solidarität mit allen kämpfenden Gefangenen.

Eine Umarmung an alle die sich mit der Macht konfrontieren, weltweit.

FÜR DIE DIREKTE AKTION. FÜR DIE ANARCHIE.

[Spanish State] Poster in solidarity with comrades arrested in Operation Pandora

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Hintergrundinfos

7 Anarchist_innen bleiben im spanischen Knast
Richter Gómez Bermúdez schickt 7 der 11 während der „Operation Pandora“ Verhafteteten ins Gefängnis. Das Benutzen des Riseup-Servers oder das Lesen des Buchs “Gegen die Demokratie” sind zwei Indizien, welche die Anordnung der Untersuchungshaft begründen.

Auf Anforderung des Staatsanwalts ordnete der Richter, für 7 der Gefangenen, Untersuchungshaft an und für 4 die Freilassung unter Auflagen. Gestern Nacht wurden die 7 ins Gefängnis ‚Soto de Real‘ verlegt, welches sich im Umkreis von Madrid befindet.
Der Richter hat entschieden die konkreten Anklagepunkte erstmal unter Verschluss zu halten, was bedeutet, das auch die Anwält_innen der Beschuldigten keinen Zugang dazu haben.

Von dem Inhalt des Urteil wurde öffentlich, dass die Beschuldigungen Bildung, Bewerbung, Führung und Zugehörigkeit einer terroristischen Organisation sind, sowie die Anschuldigung des Besitz und Aufbewahrung von explosiven und entzündbaren Gegegenständen. In sämtlichen Momenten bezog sich der Richter Gómez Bermúdez auf eine Untersuchung zu „organisierten anarchistischen Gruppen“(G.A.C.), welche vor zwei Jahren von den ‚Mossos d’Esquadra‘ (katalanische Polizei) eingeleitet wurde: „Ihre Mitglieder könnten mutmaßliche Urheber diverser Brand- und Sprengstoffanschläge sein, welche im gesamten Staatsgebiet ausgeübt wurden.“ Als Indiz dafür sieht Gómez Bermúdez 17 Campinggaskartuschen. Obwohl der Angeklagte aussagt diese für seine Wohnwagenküche zu benutzen, erscheint es dem Richter nicht logisch soviel gefährliches Material für den Hausgebrauch anzusammeln.
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[Italien, No TAV] Anarchisten Chiara, Claudio, Mattia und Niccolò zu 3 1/2 Jahren verurteilt

Am 17. Dezember 2014 verurteilte das ‚Special Court of Assize‘ in Turin, nach einer geschlossenen 2-stündigen Sitzung, Chiara Zenobi, Claudio Alberto, Mattia Zanotti und Niccolò Blasi zu jeweils 3 Jahren und 6 Monaten Haft. Die vier Compas, die seit dem 9. Dezember 2013 im Gefängnis sitzen, wurden alle schuldig befunden, das TAV-Bauprojekt sabotiert zu haben. Sie wurden aber alle von Terrorismus-bezogenen Strafen freigesprochen, für welche der Staatsanwalt 9 ½ Jahre gefordert hatte.

notav
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Verurteilungen nach anarchistischer Kundgebung in Minsk

Nach einer anarchistischen Kundgebung am Montag, den 8. Dezember wurden wenigstens 4 Menschen von der Polizei verhaftet. Die Kundgebung richtete sich gegen die Steigung der Einkommenssteuer und die wachsenden Ausgaben staatlicher Gelder für Repression und Strafverfolgung. Während der fünf Minuten andauernden Kundgebung war keine Polizei vor Ort. Dennoch wurden die Menschen später an ihren Arbeitsplätzen von der Polizei festgenommen.

Am nächsten Tag wurden alle vier in einem Gerichtsverfahren, wegen Ungehormsam gegenüber Polizeianordnungen und Verstoß gegen das Versammlungsgesetz, zu 3 bis 15 Tagen Gefägnis verurteilt.

Einige Aktivist*innen haben begonnen Geld zu sammeln, da die Inhaftierten mindestens die Hälfte ihres Monatsgehalts nicht bekommen werden, wenn sie 15 Tage im Knast waren.
Wenn du auch spenden möchtest, dann tu das bitte über den Paypalaccount: belarus_abc@riseup.net mit dem Vermerk „Soli 8. Dezember“.

Statement from Nikos Romanos

Following 31 days of a tough and tenacious struggle, I end my hunger strike, having scored an important victory. The amendment voted in Parliament with me its single recipient, had important differences to the initial proclamation of the Minister of Justice, eventually meeting my demands – even if this involves me “wearing an electronic tag”.

The only thing certain is that this victory was an outcome of the political pressure applied for it by the people in struggle and the Combatant Anarchy are indisputably the great moral, political and practical victors. The multiform revolutionary struggle and us, as political prisoners, resurface from this struggle stronger than before.

I raise my fist, sending the warmest regards and my unlimited love to all those comrades who stood by my side.

BY ALL MEANS!
SOLIDARITY TO POLITICAL PRISONERS
LONG LIVE ANARCHY

PS: A detailed text will follow in the days to come.

PS2: I would like to also thank the hospital doctors who refused to bow to the pressure by the attorney regarding my forced feeding, and who supported me to the possible extent.

Ein anarchistisches Revival?

revival
Auf Griechenlands Straßen tobt erneut der Aufstand. Die aktuelle Protestwelle begann mit dem Gedenken an den Aufstand am Polytechnikum 1973 am 17. November, ging weiter mit einem erneuten Generalstreik am 27. November und mündete nun in auch gewaltsame Proteste zum Jahrestag der Ermordung von Alexandros Grigoropoulos am 6. Dezember und in Solidarität mit dem inhaftierten Hungerstreikenden Nikos Romanos.

In den vergangenen Wochen kam es landesweit zu Besetzungen und Kämpfen gegen die Staatsmacht – in besonders heftigem Maße in Athen und Thessaloniki. Vergangenen Mittwoch beendete Nikos Romanos schließlich nach 31 Tagen seinen Hungerstreik, nachdem er – in kritischem gesundheitlichen Zustand – mit einem Durststreik gedroht hat. Es kam schließlich zu einem Kompromiss zwischen seinem Anwalt und der Regierung. Steht die bis vor kurzem noch paralysiert wirkende und fragmentierte anarchistische/antiautoritäre (a/a) Bewegung in Griechenland vor einem neuen 2008, oder handelt es sich eher um das letzte Aufbegehren gegen einen längst übermächtig gewordenen Repressionsapperat?

Zu den Hintergründen
Nikos Romanos ist eine Symbolfigur für die a/a Bewegung in Griechenland: Er war einer jener Freunde von Alexandros Grigoropoulos – jenem jungen Anarchisten, der im Jahr 2008 von griechischen Polizeieinheiten im Rahmen einer Kontrolle ermordet worden war –, die dessen Ermordung als Augenzeugen mitbekommen hatten. Die Gedenkproteste an Alexandros mündeten in die heftigsten landesweiten Ausschreitungen in der jüngeren Geschichte Griechenlands. Die Bilder der Riots gingen als Sinnbild des Aufstands ihrerzeit um die Welt. Schon damals bildeten landesweit Besetzungen von Rathäusern, Uni-Fakultäten, Schulen und Gewerkschaftshäuser ein Netz an Widerstandszentren von denen der wochenlange Aufstand ausging.

Mit seinen Genossen Dimitris Politis, Andreas-Dimitris Bourzoukos, Yannis Michailidis führte Romanos im vergangenen Jahr einen bewaffneten Überfall auf eine Bankfiliale der Agrotiki-Bank und ein Postbüro in Kozani, westlich von Thessaloniki im Norden Griechenlands, durch. Das geraubte Geld sollte in die politische Arbeit fließen. Nach einer Verfolgungsjagd konnten sie von der Polizei gestellt werden, wurden in ein Polizeipräsidium gebracht und dort gefoltert. Die Bilder wurden anschließend – mit Photoshop bearbeitet – der Presse präsentiert.

Ihm und seinen „Komplizen“ wird außerdem die Mitgliedschaft in der als „terroristische“ Vereinigung geltenden Gruppe ,,Verschwörung der Feuerzellen'‘ vorgeworfen. Nach einem Strafverfahren, muss Romanos nun knapp 15 Jahre in der Haftanstalt Koridallos in Athen einsitzen.

Aus der Lethargie….
Der Aufstand von 2008 war vorerst der Höhepunkt einer sich seit den 80er Jahren rasant entwickelten anarchistischen und antiautoritären Szene. Dessen Vorläufer waren die Studentenproteste 2006-2007 die zum vorläufigen Stopp des damaligen neuen Bildungsgesetzes führten, und kurzzeitige Aufstände gegen staatliches Morden wie im Fall der Ermordung von Michalis Kaltezas 1985 oder von Nikos Temponeras 1991. Die a/a Bewegung geriet in den vergangenen Jahren aufgrund von internen Kämpfen und daraus folgenden zahllosen Spaltungen von Zusammenhängen zunehmend in die Defensive. Angesichts der Lethargie einer krisengeschüttelten und verängstigten griechischen Gesellschaft und der Perspektivlosigkeit einer schwerpunktmäßig auf den militanten Aufstand fixierten und organisationsschwachen Bewegung schien diese an einem Dead End angelangt zu sein.
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[Gr] Solidrität mit Nikos Romanos und allen anderen Gefangenen in ihrem Kampf [ÜBERSICHT]


Anarchist prisoner Nikos Romanos, currently hospitalized in critical condition in Athens, has been on a hunger strike since the 10th of November 2014. His request for educational leaves – to which he’s entitled since September 2014 – has been repeatedly denied by the Greek justice system.

In Koridallos men’s prison, 75 inmates at the Ε wing abstained from prison meals between the 13th and the 14th of November, in solidarity with Nikos Romanos.

Anarchist prisoner Yannis Michailidis, currently hospitalized in Piraeus, has been on a solidarity hunger strike since the 17th of November.

Anarchist prisoners Andreas-Dimitris Bourzoukos and Dimitris Politis, who are held in Koridallos prison, have also been on a solidarity hunger strike since the 1st of December.

Two women incarcerated in the disciplinary prison of Neapoli in Lasithi, on the island of Crete, have abstained from prison food since the 4th of December.

Imprisoned fighter Elias Karadouman, who is held in Corfu prison, conducts a 7-day symbolic hunger strike in solidarity with Nikos Romanos between the 5th and the 11th of December 2014.

On the 5th of December, in various men’s prisons across Greece, prisoners in struggle Spyros Stratoulis, Sotiris Georgakopoulos, Dimitris Dimitriou, Dimitris Savvidis, Giorgos Moysiadis, Admir Betsani, Ioakim Kourkoulis, alongside imprisoned anarchists Antonis Stamboulos, Rami Syrianos and Tasos Theofilou, announced prison food abstention until the request of anarchist hunger striker Nikos Romanos is met.

On the 6th of December, 17N prisoner Dimitris Koufontinas and Revolutionary Struggle anarchist prisoner Kostas Gournas, both held in the dungeons of Koridallos women’s prison, refused to enter their cells in a minimal display of solidarity with Nikos Romanos.

Most of the prisoners at different wings of Koridallos men’s prison refused to enter their cells at midday between the 6th and the 8th of December 2014.

Communists from Turkey who are incarcerated in Larissa prison abstain from prison food between the 9th and the 10th of December.

Meanwhile, another anarchist prisoner, known by his initials G.S., has been on a hunger strike as of December 3rd, 2014. The comrade, currently held in Aghios Stefanos prison in Patras, was sent in pretrial detention accused of involvement in recent Messolonghi police station attack. The charges against him are based on the use of false testimony by a plainclothes cop. G.S. struggles for his immediate release from prison, protesting against the repression and the humanguards, against the police state, ministers, bankers and businesspeople: “These are the terrorists, these are the robbers,” he stated in his latest open letter. He also sent strength to every hunger striker and all those who are fighting against the shackles of society, “a society where the system of snitching is vindicated.”

Strength to hunger strikers Nikos Romanos, Yannis Michailidis, Andreas-Dimitris Bourzoukos, Dimitris Politis and Elias Karadouman.

Immediate release of hunger striker G.S.
Solidarity with all prisoners in struggle!

contrainfo

Von Hamburg nach Athen: Soli-Aktion für Nikos und Alexis

Am 06.12.2014 wurde im Park Fiction (Hamburg / St. Pauli) ein Soli-Banner für Alexis und Nikos aufgehängt. Wir wünschen Nikos, der sich seit dem 10.11. in einem Athener Gefängnis im Hungerstreik befindet, um die Universität besuchen zu dürfen, viel Liebe und Kraft. Sein Antrag wurde am 02.12. zum zweiten Mal abgelehnt und Nikos ist entschlossen, seinen Kampf weiterzuführen. Unsere Wünsche und Grüße gehen auch an seine Mitgefangenen, Yannis Michailidis, Dimitris Politis und Andreas-Dimitris Bourzoukos, die sich aus Solidarität ebenfalls im Hungerstreik befinden. Wir hoffen, daß unsere Freunde nicht für einen Atemzug Freiheit ersticken müssen…

Alexis, wir vergessen dich nicht! Wenn wir in den Straßen kämpfen, stehst du neben uns! Diese Nächte brennen für dich!

Nikos, halte durch, auch wenn uns tausende Kilometer trennen, sind wir verbunden. Dein Kampf inspiriert und raubt den Wächtern dieser Ordnung den Schlaf.

Zeigt euch solidarisch und organisiert Proteste und Aktionen in euren Städten!

„Nothing is over, everything begins now.“

Ferguson: Die dünne blaue Schnur ist eine brennende Zündschnur

ferguson
Es kam nicht überraschend, dass die Grand Jury in St. Louis es gestern abgelehnt hat Darren Wilson – den Polizisten, der Michael Brown im letzten August in Ferguson ermordet hat – anzuklagen. […]
Der einzige Ausweg aus diesem Unheil besteht darin unsere Fähigkeiten zur eigenen Machtausübung horizontal und autonom auszubauen, die Polizei ihrer Legitimation zu entziehen und den Mythos ihrer Unbesiegbarkeit zu brechen. Hierhin lag die gemeinsame Gefahr, die von praktisch allen wesentlichen Bewegungen der letzten Jahre für die herrschende Ordnung ausging. Wenn wir lernen, wie wir dies erreichen können, können wir unsere eigene Agenda durchsetzen, die Autoritäten davor zurückschrecken lassen jungen Männer, wie Michael Brown, ihr Leben zu nehmen und einen Raum schaffen, in dem sie nicht länger fähig sind, die strukturellen Ungleichheiten ihrer rassistischen Gesellschaft durchzusetzen. Bis wir dies erreichen, können wir sicher sein, dass die Polizei weiter töten wird – und keine Untersuchungskommission oder Grand Jury sie daran hindern wird.

den vollständigen Text gibts hier bei crimethInc.